Der Weg der Katze zum Haustier – Teil 4
Katzen und Aberglaube – das Mittelalter
Im laufe der Jahrhunderte nahm die Anzahl der Hauskatzen in Europa so stark zu, dass sie an Wert verloren. Nur als Schutz vor Ratten und Mäusen waren sie noch geschätzt. Die Römer gingen, die Katzen blieben, aber trotzdem gibt es bis zum 15. Jh. nur sehr wenige überlieferte Geschichten.
Erst zur Zeit der Hexenverfolgungen (hauptsächlich im 16. und 17. Jh.) wuchs das Interesse an Katzen wieder, leider nicht im positiven Sinn. Die Kirchen verfolgten Katzenliebhaber als Teufelsanbeter, da grade Katzen wegen ihrer Nachtaktivität, ihrer Unabhängigkeit und ihrer erotischen Ausstrahlung mit schwarzer Kunst in Verbindung gebracht wurden und zusammen mit ihren Besitzern (vorrangig Frauen) in grauenvollen Zeremonien geopfert wurden.
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Schwarze Katzen galten als Gesellen des Teufels, ebenso wie die Hexen selbst. Man glaubte, sie besäßen die Fähigkeit, sich in alte Weiber zu verwandeln. Möglicherweise rührt der Aberglaube in Bezug auf schwarze Katzen auch daher, dass ihre Besitzer beim streicheln dieser Tiere elektrische Schläge bekamen und auch Funken sprühen sahen wenn dies im Dunkeln geschah. Schwarzes Katzenfell scheint sich leichter elektrisch aufzuladen als das Fell andersfarbiger Katzen. Gegenüber Zwillingen war man besonders mißtrauisch, weil man vermutete, dass es zumindest einem oder auch beiden Zwillingen möglich war, sich in eine Katze zu verwandeln und auf Jagd zu gehen. Eine Furcht vor Katzen griff um sich, die 200 Jahre oder länger andauerte. In Frankreich ist es seit Jahrhunderten Sitte, das zum Johannistag ein fröhliches Fest gefeiert wird. Früher wurden große Freudenfeuer angezündet, in denen man Katzen bei lebendigem Leib verbrannte. Diese vehemente Verfolgung der Katzen führte zu deren radikalen Reduzierung, was zum rapiden Ansteigen der Mäuse- und Ratten-Population beitrug. Die Pest, verursacht durch die mangelnde Hygiene und den Ratten-Floh, konnte sich daher rasch ausbreiten. Noch Bis ins 19 Jhdt. Wurden schwarze Katzen als Hexen gefürchtet. |
Die modernen Zeiten / Anfänge der Zucht
Schließlich wendete sich das Schicksal der Katzen erneut. Nun galten sie als wertvolle Besitztümer, und vor allem Katzen mit ungewöhnlichen Farben und Zeichnungen wurden bevorzugt. Sie überquerten die Kontinente als wertvolle Geschenke, und so entstanden die vielen Rassen und Varietäten, die wir heute kennen.
Die Katzenzucht selbst ist noch recht jung. Sie lässt sich ungefähr 100 Jahre zurückführen. Erstes Interesse an einer Katzenschau besaß angeblich der Künstler und Katzenliebhaber Harrison Weir. Er schrieb: „Mir kam die Idee, dass man Katzenausstellungen veranstalten sollte, damit man den verschiedenen Farben, Zeichnungen etc. mehr Aufmerksamkeit schenke. Die Hauskatze, die vor dem Kaminfeuer sitzt, besäße dann eine Schönheit und Anziehungskraft, die man vorher gar nicht bemerkt hätte.”
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Die erste Katzenschau fand am 13. Juli 1871 im Crystal Palace in Großbritannien statt. Harrison Weir, sein Bruder John und der Geistliche J. Macdona waren die ersten Schaurichter, die über die 160 ausgestellten Katzen urteilten. Die Katzenausstellungen haben sich im Laufe der Zeit nur minimal verändert. Dennoch gibt es bis heute Unterschiede in der Beurteilung. Manche Richter untersuchen den körperlichen Zustand der Katzen, manche fassen sie noch nicht einmal an. Auch das ästhetische Empfinden variiert von Land zu Land, so dass den Rassestandards in verschiedenen Verbänden unterschiedliche Maßstäbe zugrunde liegen. Die Ausstellung von 1871 erregte weltweites Interesse und erwies sich als Grundstein für eine neue Welle von Katzenliebe.
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Früher waren Katzenausstellungen gesellschaftliche Ereignisse, die in äußerst gepflegtem Rahmen statt fanden. Für die weniger betuchten Bevölkerungsschichten wurden Klassen mit niedrigeren Gebühren eingerichtet. Trotzdem blieben diese Katzenausstellungen ein Luxus für die Oberschicht. Viele besaßen riesige Zuchtanlagen und reisten in Begleitung einer großen Dienerschaft von Ausstellung zu Ausstellung.
Zu Anfang wurde auch ähnlich gerichtet, wie man es von Hundeausstellungen kennt. Die Tiere wurden in wahlloser Reihenfolge von ihren Besitzern über einen Laufsteg geführt, bzw. herumgezerrt. Es kam natürlich zu Auseinandersetzungen zwischen den Tieren, und auch zwischen den Besitzern, die sich heftige Wortgefechte lieferten. Als einmal ein Besitzer nach einer Ausstellung behauptete, ein Kater sei dadurch für den Rest seines Lebens ruiniert (verhaltensgestört), gab man diese Art der „Vorführung” auf. Danach gingen die Richter direkt zu den Käfigen, um dort die Katzen zu prüfen.
In Europa entstanden mehrere Verbände, die sich mit Katzen und ihrer Zucht befassten. Der größte unter ihnen ist die FIFe (Fédération Internationale Féline), die eine ähnliche Funktion erfüllt wie das Governing Council of the Cat Fancy. Die FIFe ist der Dachverband, dem zahlreiche Katzenzüchterverbände verschiedener Länder a ngeschlossen sind. Die FIFe sorgt dafür, dass die Standards immer den letzten international anerkannten Richtlinien entsprechen und für den Schutz der Zwingernamen.
1887 entstand in England der „National Cat Club”. Dieser Verein begann, Zuchtbücher zu führen und Ausstellungen zu organisieren. Die erste Katzenausstellung in USA fand in New York 1895 im Madison Square statt. Wie zuvor in England wurde auch dadurch das Interesse für Rassekatzen geweckt und es entstanden zahlreiche Vereine, die berechtigt sind, Zuchtbücher zu führen, und viele hunderte von Clubs die sich mit der Katzenzucht beschäftigen. 1910 entstand der „Governing Council of the Cat Fancy”, der die Zuchtbuchführung übernahm und an verschiedene Katzenvereine die Lizenzen zur Veranstaltung von Ausstellungen vergab.
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In anderen, auch von der FIFe vertretenen Ländern, gibt es Katzenclubs mit anderen Dach- organisationen, die nicht der FIFe angehören. Zu diesen hat die FIFe keinerlei Verbindungen: In ihrer Satzung verbietet sie den Mitgliedern die gleichzeitige Mitgliedschaft in einem ihr nicht angeschlossenen Verband und die Teilnahme an deren Ausstellungen.
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Quellen der Informationen und Bilder:
katzen-online.de (damals noch)
das Buch “Katzen der Welt” von Angela Rixon
das Buch “Katzen” von Grace Pond
Das ganze Thema war ein Referat von mir aus dem Jahr 1999
und kann hier komplett als PDF heruntergeladen werden:![]()





Wii Guns 23:06 on 23. Juni 2010 Permalink |
Hi,
sehr interessanter Artikel. Ich finde nur, dass man es mit der Tierliebe nicht übertreiben darf. Bei vielen Katzenbesitzern geht diese Liebe nämlich schon über das Katzenerträglich hinaus finde ich. an verliert da sehr schnell den Überblick befürchte ich.
lg
Tatjana
Prince PS3 02:01 on 19. Mai 2010 Permalink |
schöne Seite, ließt sich gut.
glg Luki
ulli 19:35 on 30. Januar 2009 Permalink |
Hallo Angel,
ich habe mir erlaubt in unserem Tierheilpraxis-Blogeinen Link zu deinem Referat zu setzen.
ullis letzter Artikel..Der Weg der Katze zum Haustier
Black Angel 09:04 on 11. Oktober 2008 Permalink |
Sorry, irgendwie war der Link zum Download anhanden gekommen, das wurde jetzt repariert.