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  • Black Angel um 09:00 am 10. October 2008 Permalink | antworten
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    Der Weg der Katze zum Haustier – Teil 4 

    Katzen und Aberglaube – das Mittelalter

    Im laufe der Jahrhunderte nahm die Anzahl der Hauskatzen in Europa so stark zu, dass sie an Wert verloren. Nur als Schutz vor Ratten und Mäusen waren sie noch geschätzt. Die Römer gingen, die Katzen blieben, aber trotzdem gibt es bis zum 15. Jh. nur sehr wenige überlieferte Geschichten.

    Erst zur Zeit der Hexenverfolgungen (hauptsächlich im 16. und 17. Jh.) wuchs das Interesse an Katzen wieder, leider nicht im positiven Sinn. Die Kirchen verfolgten Katzenliebhaber als Teufelsanbeter, da grade Katzen wegen ihrer Nachtaktivität, ihrer Unabhängigkeit und ihrer erotischen Ausstrahlung mit schwarzer Kunst in Verbindung gebracht wurden und zusammen mit ihren Besitzern (vorrangig Frauen) in grauenvollen Zeremonien geopfert wurden.

    Schwarze Katzen galten als Gesellen des Teufels, ebenso wie die Hexen selbst. Man glaubte, sie besäßen die Fähigkeit, sich in alte Weiber zu verwandeln. Möglicherweise rührt der Aberglaube in Bezug auf schwarze Katzen auch daher, dass ihre Besitzer beim streicheln dieser Tiere elektrische Schläge bekamen und auch Funken sprühen sahen wenn dies im Dunkeln geschah. Schwarzes Katzenfell scheint sich leichter elektrisch aufzuladen als das Fell andersfarbiger Katzen. Gegenüber Zwillingen war man besonders mißtrauisch, weil man vermutete, dass es zumindest einem oder auch beiden Zwillingen möglich war, sich in eine Katze zu verwandeln und auf Jagd zu gehen. Eine Furcht vor Katzen griff um sich, die 200 Jahre oder länger andauerte. In Frankreich ist es seit Jahrhunderten Sitte, das zum Johannistag ein fröhliches Fest gefeiert wird. Früher wurden große Freudenfeuer angezündet, in denen man Katzen bei lebendigem Leib verbrannte.

    Diese vehemente Verfolgung der Katzen führte zu deren radikalen Reduzierung, was zum rapiden Ansteigen der Mäuse- und Ratten-Population beitrug. Die Pest, verursacht durch die mangelnde Hygiene und den Ratten-Floh, konnte sich daher rasch ausbreiten. Noch Bis ins 19 Jhdt. Wurden schwarze Katzen als Hexen gefürchtet.

    Die modernen Zeiten / Anfänge der Zucht

    Schließlich wendete sich das Schicksal der Katzen erneut. Nun galten sie als wertvolle Besitztümer, und vor allem Katzen mit ungewöhnlichen Farben und Zeichnungen wurden bevorzugt. Sie überquerten die Kontinente als wertvolle Geschenke, und so entstanden die vielen Rassen und Varietäten, die wir heute kennen.

    Die Katzenzucht selbst ist noch recht jung. Sie lässt sich ungefähr 100 Jahre zurückführen. Erstes Interesse an einer Katzenschau besaß angeblich der Künstler und Katzenliebhaber Harrison Weir. Er schrieb: „Mir kam die Idee, dass man Katzenausstellungen veranstalten sollte, damit man den verschiedenen Farben, Zeichnungen etc. mehr Aufmerksamkeit schenke. Die Hauskatze, die vor dem Kaminfeuer sitzt, besäße dann eine Schönheit und Anziehungskraft, die man vorher gar nicht bemerkt hätte.”

    Die erste Katzenschau fand am 13. Juli 1871 im Crystal Palace in Großbritannien statt. Harrison Weir, sein Bruder John und der Geistliche J. Macdona waren die ersten Schaurichter, die über die 160 ausgestellten Katzen urteilten. Die Katzenausstellungen haben sich im Laufe der Zeit nur minimal verändert. Dennoch gibt es bis heute Unterschiede in der Beurteilung. Manche Richter untersuchen den körperlichen Zustand der Katzen, manche fassen sie noch nicht einmal an. Auch das ästhetische Empfinden variiert von Land zu Land, so dass den Rassestandards in verschiedenen Verbänden unterschiedliche Maßstäbe zugrunde liegen. Die Ausstellung von 1871 erregte weltweites Interesse und erwies sich als Grundstein für eine neue Welle von Katzenliebe.


    Harrison Weir’s Ziel war es, mit dieser Ausstellung das Interesse für verschiedene Zuchtarten, Färbungen und Zeichnungen zu wecken und der bisher wenig beachteten Hauskatze durch bessere Pflege und überlegte Zucht zu größerer Attraktivität zu verhelfen. Hundert Jahre später wurden in allen Teilen der Welt Rassekatzen gezüchtet, in fast jedem Land gibt es Vereine von Katzenliebhabern und Züchtern, und die Zahl der Ausstellungen ist kaum nochüberschaubar.

    Früher waren Katzenausstellungen gesellschaftliche Ereignisse, die in äußerst gepflegtem Rahmen statt fanden. Für die weniger betuchten Bevölkerungsschichten wurden Klassen mit niedrigeren Gebühren eingerichtet. Trotzdem blieben diese Katzenausstellungen ein Luxus für die Oberschicht. Viele besaßen riesige Zuchtanlagen und reisten in Begleitung einer großen Dienerschaft von Ausstellung zu Ausstellung.

    Zu Anfang wurde auch ähnlich gerichtet, wie man es von Hundeausstellungen kennt. Die Tiere wurden in wahlloser Reihenfolge von ihren Besitzern über einen Laufsteg geführt, bzw. herumgezerrt. Es kam natürlich zu Auseinandersetzungen zwischen den Tieren, und auch zwischen den Besitzern, die sich heftige Wortgefechte lieferten. Als einmal ein Besitzer nach einer Ausstellung behauptete, ein Kater sei dadurch für den Rest seines Lebens ruiniert (verhaltensgestört), gab man diese Art der „Vorführung” auf. Danach gingen die Richter direkt zu den Käfigen, um dort die Katzen zu prüfen.

    In Europa entstanden mehrere Verbände, die sich mit Katzen und ihrer Zucht befassten. Der größte unter ihnen ist die FIFe (Fédération Internationale Féline), die eine ähnliche Funktion erfüllt wie das Governing Council of the Cat Fancy. Die FIFe ist der Dachverband, dem zahlreiche Katzenzüchterverbände verschiedener Länder a ngeschlossen sind. Die FIFe sorgt dafür, dass die Standards immer den letzten international anerkannten Richtlinien entsprechen und für den Schutz der Zwingernamen.

    1887 entstand in England der „National Cat Club”. Dieser Verein begann, Zuchtbücher zu führen und Ausstellungen zu organisieren. Die erste Katzenausstellung in USA fand in New York 1895 im Madison Square statt. Wie zuvor in England wurde auch dadurch das Interesse für Rassekatzen geweckt und es entstanden zahlreiche Vereine, die berechtigt sind, Zuchtbücher zu führen, und viele hunderte von Clubs die sich mit der Katzenzucht beschäftigen. 1910 entstand der „Governing Council of the Cat Fancy”, der die Zuchtbuchführung übernahm und an verschiedene Katzenvereine die Lizenzen zur Veranstaltung von Ausstellungen vergab.

    In anderen, auch von der FIFe vertretenen Ländern, gibt es Katzenclubs mit anderen Dach- organisationen, die nicht der FIFe angehören. Zu diesen hat die FIFe keinerlei Verbindungen: In ihrer Satzung verbietet sie den Mitgliedern die gleichzeitige Mitgliedschaft in einem ihr nicht angeschlossenen Verband und die Teilnahme an deren Ausstellungen.


    In Deutschland ist die maßgebende Organisation der „1. Deutsche Edelkatzenzüchter Verband e.V.”. Er wurde 1922 in Nürnberg als „1. Deutscher Angorakatzen-Schutz und Zuchtverein” gegründet. Im Dritten Reich wurde dieser Verein zum „Reichsverband Deutscher Katzenzüchter e.V.” umbenannt, uns 1945 wie alle bestehenden Vereine von den Alliierten aufgelöst. Erst 1949 wurde er wieder in Nürnberg von Konrad Hirschmann neu gegründet. 1964 siedelte der Verband nach Wiesbaden um, wo er auch heute noch seinen Hauptsitz hat.

    Quellen der Informationen und Bilder:
    katzen-online.de (damals noch)
    das Buch “Katzen der Welt” von Angela Rixon
    das Buch “Katzen” von Grace Pond

    Das ganze Thema war ein Referat von mir aus dem Jahr 1999
    und kann hier komplett als PDF heruntergeladen werden:

     
    • Wii Guns um 23:06 am 23. Juni 2010 Permalink | antworten

      Hi,
      sehr interessanter Artikel. Ich finde nur, dass man es mit der Tierliebe nicht übertreiben darf. Bei vielen Katzenbesitzern geht diese Liebe nämlich schon über das Katzenerträglich hinaus finde ich. an verliert da sehr schnell den Überblick befürchte ich.
      lg
      Tatjana

    • Prince PS3 um 02:01 am 19. Mai 2010 Permalink | antworten

      schöne Seite, ließt sich gut.
      glg Luki

    • ulli um 19:35 am 30. Januar 2009 Permalink | antworten

      Hallo Angel,
      ich habe mir erlaubt in unserem Tierheilpraxis-Blogeinen Link zu deinem Referat zu setzen.

      ullis letzter Artikel..Der Weg der Katze zum Haustier

    • Black Angel um 09:04 am 11. Oktober 2008 Permalink | antworten

      Sorry, irgendwie war der Link zum Download anhanden gekommen, das wurde jetzt repariert.

  • Black Angel um 09:00 am 9. October 2008 Permalink | antworten
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    Der Weg der Katze zum Haustier – Teil 3 

    Die Römer

    Ägyptens Ruhm schwand mit dem Aufstieg des römischen Reiches, und damit erlosch auch die Verehrung und Anbetung der Katze. In römischen Chroniken wird sehr wenig über Katzen berichtet. Man ist jedoch der Überzeugung, dass die Römer die ersten Katzen nach England brachten, als sie in das Land einfielen.

    Eine der berühmtesten Katzendarstellungen (Bild links) stammt aus POMPEJI. Die Stadt wurde 79 n. Chr. durch einen Vulkanausbruch zerstört, aber man fand seltsamerweise bei den Ausgrabungen keine Katzenknochen. Die Römer hielten Katzen und schätzten sie wegen ihrer Jagd auf Schädlinge wie Mäuse und Ratten.

    Da sie sie nicht angebetet haben, gab es keinen Grund, sie nicht in andere Länder mitzunehmen. Es scheint, dass römische Soldaten und auch Feldherren ihre Katzen mitnahmen auf die Feldzüge, denn in Nordfrankreich gibt es Grabsteine aus dem 1. und 2. Jh. n. Chr., auf denen Katzen mit ihren Besitzern dargestellt sind. Also verdanken wir es wahrscheinlich den Römern, wenn diese Tiere in Europa und möglicherweise auch im Rest der Welt bekannt wurden.

    Europa und England

    Abgesehen von einigen Katzenknochen, die in den Ruinen von römischen Villen in England gefunden wurden und von Fußabdrücken auf alten Ziegelsteinen, gibt es nichts, woraus wir ersehen könnten, wie die Ahnen unserer europäischen Hauskatze aussahen. Höchstwahrscheinlich waren sie aber kurzhaarig und getigert. Man bemerkte sehr bald, dass Katzen zum Schutz der Vorräte ausgezeichnet geeignet waren, und da es zahme Katzen sehr selten gab, wurden sie entsprechend geschätzt. Wildkatzen hingegen wurden weiterhin wegen ihres Felles gejagt.

    Im Jahre 948 n. Chr. erließ ein Stammesfürst aus Wales strenge Gesetze zum Schutze der Hauskatze. Er ordnete an, dass jeder, der eine Katze stahl oder tötete, dazu verurteilt wurde, entweder ein Schaf oder ein Lamm abzutreten. Oder aber eine Menge an Weizen, die nötig wäre, das tote Tier zu bedecken, würde man es am Schwanz so aufhängen, dass es mit der Nase gerade noch den Boden berührte.

    In Irland gab es keine wilden Katzen, aber die domestizierte Hauskatze muss dort schon vor mehr als tausend Jahren bekannt gewesen sein, da das alte keltische Kreuz in Lough zwei Katzen zu Füßen Christi darstellte. Aus Irland stammen auch zahlreiche Sagen, in denen Katzen eine Rolle spielen, darunter auch die Geschichte von den beiden Katzen in Kilkenny, die so erbittert miteinander kämpften, dass am Ende nur noch ihre Schwänze übrig blieben.

    Katzen im fernen Osten

    Die Katzenhaltung verbreitete sich langsam, beginnend in den Ländern des nahen Ostens. Um 1000 v. Chr. findet man die Hauskatze erwähnt in einem Sanskrit-Text. Die etwa 480 v. Chr. entstandenen Epen Ramayana und Mahabharata enthalten ebenfalls Geschichten über Katzen. Zu dieser Zeit verehrten die Inder eine Mutterschafts-Göttin in Katzengestalt, ähnlich der Bastet, namens Sasti, und lange Zeit war es für Hindus eine religiöse Pflicht, mindestens eine Katze zu ernähren.

    Etwa 400 n. Chr. erreichten die ersten Katzen China. Im 12. Jh. hielten sich reiche chinesische Familien gelbe und weiße Katzen. Auch auf Märkten wurde mit Katzen gehandelt. Während der Regierungszeit des Kaisers Ichi Jo (986 – 1011 n. Chr.) kamen chinesische Katzen als Haustiere aus China nach Japan.

    Die Japaner nutzen die Katzen aber schon viel früher nicht als Haustiere, sondern um die Zucht der Seidenraupen vor Mäusen zu schützen. Die Katzenverehrung wurde aber bald so groß, dass man diese Tiere lieber im Haus verwöhnte.

    Sie stellten dann zum Schutz der Seidenraupen Katzenfiguren auf, hängten Zeichnungen an die Wände und glaubten das würde auch die gewünschte Wirkung bringen. Da dies aber ein schwerer Irrtum war, fielen die Katzen in Ungnade. Im 17. Jh. war aber der Ertrag der Seide durch die Verwüstungen der Mäuse so stark zurückgegangen, dass die Regierung Gesetze erließ, nach denen den Katzen nicht verfolgt werden durften und jeglicher Handel mit Katzen wurde verboten. Ein Verstoß gegen diese Gesetze wurde schwer bestraft. So gewannen die Katzen wieder an Ruhm und Ansehen.

    Angeblich sollen die japanischen Katzen alle weiß und blauäugig gewesen sein. Es gab aber auch einige schwarze und schildpatt-farbene, die unter dem Namen “Mike” bekannt waren. Meistens kupierte man ihnen die Schwänze, da man annahm, dass Katzen mit langen Schwänzen menschliche Gestalt annehmen und magische Kräfte hatten. Katzen mit kurzen Schwänzen, wie die Bobtail-Katze, sind auch heute noch in Japan sehr beliebt.

    Thema morgen: das Mittelalter und die modernen Zeiten

     
  • Black Angel um 09:00 am 8. October 2008 Permalink | antworten
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    Der Weg der Katze zum Haustier – Teil 2 

    Die Ägyptische Zivilisation und die Hauskatze

    Die Katze erlebte die erste große Zeit der mythologischen Verehrung im alten Ägypten zur Zeit des bekannten Pharaos Tut-ench-Amun und des mächtigen Pharaos Ramses (um 1480 – 1000 v.Chr.). Ägypten war das größte Kornanbaugebiet der Antike. Die reichen Kornkammern zogen reihenweise Ratten und Mäuse an, diese wiederum die Katzen. Erst wurden sie von den Menschen nur geduldet, doch schon bald erkannte man ihren Nutzen und kurze Zeit später wurden sie über alles geliebt und verehrt.

    Zweifellos nimmt die Katze aber in der Mythologie der Ägypter einen besonderen Platz ein. Auch schätzten die Ägypter die Verwandtschaft von Katze und Löwe. Sie wurde zum heiligen Tier der Göttin Isis und später der Göttin Bastet, die zuerst mit einem Löwenkopf, dann mit einem Katzenkopf, dargestellt wurde. Sie galt als Mond- und Liebesgöttin. Katzen brachte man aufgrund ihrer Fruchtbarkeit mit der Liebesgöttin in Verbindung. Die Beziehung zur Mondgöttin beruht auf den sich verändernden Pupillen der Katzen: Man nahm an, dass sie sich mit dem zu- und abnehmenden Mond weiteten und verengten.

    In Bubastis, an den Ufern des Nil, wurde Bastet zu Ehren ein großer Tempel erbaut. Der darin enthaltene Schrein barg möglicherweise die höchste aller Tempelkatzen. Die Katze symbolisierte fette Jahre und somit Fruchtbarkeit. Deshalb wurde die Tötung einer Katze auch als Todsünde betrachtet und musste mit dem Leben bezahlt werden.

    Wenn eine Katze starb herrschte im ganzen Haus tiefe Trauer. Als Zeichen dieser Trauer rasierten sich alle Hausbewohner die Augenbrauen und das tote Tier wurde mumifiziert. Mit diesem Brauch verfolgte man die Absicht, den Körper für die baldige Auferstehung zu erhalten. Je reicher die Familie, desto mehr Aufwand wurde betrieben, gleichgültig ob Mensch oder Tier.

    Die Körper wurden einbalsamiert und mit Bändern aus Leinen (bei reicheren Familien) oder Baumwolle (bei ärmeren Familien) umwickelt. Oftmals sogar mit farbigen Bändern. Anschließend wurde das Gesicht bemalt und die Ohren aufgerichtet. Der Leichnam wurde dann in ein kleines Kästchen oder in einen Schrein aus Holz oder Metall gelegt. Ab und zu wurde der Sarg reich verziert oder mit einer Statue der Katze versehen. Viele Mumien wurden zum Begräbnis nach Bubastis gebracht, andere kamen nach Beni Hassan in Mittel-Ägypten.

    Die ursprüngliche ägyptische Bezeichnung für „Katze” war “MAU”, was sich vermutlich aus ihren Ruf “MIAU” herleitet, aber auch „sehen” bedeutet. Die Ägypter nahmen an, dass der unbewegte Blick der Katze die Fähigkeit verlieh die Wahrheit zu entdecken und ins Jenseits zu sehen. So hieß BASTET auch die “Herrin der Wahrheit”. Integriert in die Mumienzeremonie sollte sie ein Leben nach dem Tod sicherstellen.

    Zwei Jahrtausende lang wurde die Katze im alten Ägypten angebetet; das beweisen zahlreiche Überlieferungen in Form vieler Wandmalereien usw., auf denen Katzen in allerlei Situationen und Lebenslagen abgebildet sind. Es gibt ägyptische Katzenfiguren in allen Formen und Größen und aus den verschiedensten Materialien, wie Bronze, Kupfer und auch Gold. Einige davon sind mit Halsbändern und goldenen Ohrringen geschmückt. Ägyptische Statuen der BASTET  dokumentieren auch ihre Verbindung mit Fruchtbarkeit und Lust: Sie wird als aufrecht stehende Figur mit einem wachsamen Katzenkopf dargestellt, in der einen Hand ein Sistrium (Rassel) in der anderen ein löwenköpfiges Aegis oder Schild.

    Diese symbolische Fruchtbarkeit der Göttin wurde noch betont durch die Darstellung mehrerer Kätzchen (meistens 5) zu Füßen der Statue. Man hat ebenfalls Hals- und Armbänder entdeckt, die von Katzenbesitzern getragen wurden und aus mehreren Reihen von winzigen kleinen Katzenfiguren bestanden. Vermutlich Fruchtbarkeitsamulette mit Abbildungen der BASTET und ihrer Katzenfamilie.

    Die meisten der ausgegrabenen Statuetten stellten sehr schlanke Katzen mit keilförmigen Köpfen und spitzen Ohren dar (ähnlich wie Siamkatzen). Nur einige wenige stellen Katzen mit runden Köpfen und eher runden Ohren dar. Somit ist offensichtlich, dass schon die Ägypter Katzen in verschiedenen Formen und Farben kannten.

    Strenge Regelungen verboten die Ausfuhr von Katzen aus Ägypten, da sie als wertvolles und heiliges Gut galten. Doch gerade dieses Verbot veranlasste fremde Völker ständig Schmuggel-Versuche zu unternehmen. Die Phönizier waren die ersten „Katzen-Schmuggler”. Mit ihnen kam die Katze nach Italien, Gallien und Britannien.

    Thema morgen: Die Römer, Europa und England, im fernen Osten

     
    • Marco aus Schenna um 20:58 am 11. November 2010 Permalink | antworten

      Die Ägyptischen Kätzchen sind total schlank. Nicht so wie meine Fette Lilly zuhause :-)

    • Stefanie um 11:21 am 12. September 2010 Permalink | antworten

      “Strenge Regelungen verboten die Ausfuhr von Katzen aus Ägypten, da sie als wertvolles und heiliges Gut galten. Doch gerade dieses Verbot veranlasste fremde Völker ständig Schmuggel-Versuche zu unternehmen. ”
      Was ja eigentlich auch verständlich ist für diejenigen die sich mit Katzen beschäftigt haben. Denn wer einmal eine Katze als Haustier gehabt hat wird sich immer wieder eine holen egal wo er gerade Lebt

    • Brustvergrößerung um 15:47 am 29. Dezember 2009 Permalink | antworten

      Ich habe gelesen, dass Katzen nicht nur in Ägypten, sondern auch in anderen angrenzenden arabischen Ländern (Palestina u.a.) immernoch in einem gewissen Grad als heilig gelten (Man darf Ihnen keinen Schaden zufügen und sie nicht töten.)

      Irgendwie verständlich. Katzen haben einfach so etwas mystisches, erhabenes an sich, dass ich mir gut vorstellen kann wie sich die Ägypter oder andere Völker solche Mythen erdacht haben.

    • Nikki und Michi - Nilkreuzfahrt um 13:32 am 28. Dezember 2009 Permalink | antworten

      Wir haben uns eine wunderschöne Figur von Bastet (der katzenartigen Gottheit) aus Ägypten mitgebracht. Die Alabsterwerkstätten in der Nähe des Tals der Könige und dem Hatschepsut-Tempel sind eine echte Fundgrube. Man muss nur aufpassen, wirkliche Handarbeiten zu erstehen und keine gegossenen Maschinenfiguren. Bastet ist ja auch die Göttin der Freude, des Tanzes, der Musik und der Feste. Bisher hat sie uns viel Freude gemacht… ;-)

    • Martin um 16:45 am 17. Februar 2009 Permalink | antworten

      Apropos Egypten. Wer in der Innerschweiz oder nahe wohnt, dem kann ich die Veranstaltungen des RETURN OF THE LIGHT – Zyklus nahelegen: Der erste Teil, heisst RETURN OF THE LIGHT. Er wurde schon mal durchgeführt, damals noch im Topas, dann aber abgebrochen. Ich war und kann sagen, ich würde wieder gehen. Ich und andere Egypten-Änhanger wollen, dass das Ritual vollendet wird. Unter http://www.metalwarriors.ch habe ich das neue Metal Warrior Journal abonniert (kostenlos!) und bin gespannt, wann es kommt, vielleicht steht darin neues, ich kann es Euch an selber stelle posten, falls gewünscht.

      • Black Angel um 09:04 am 18. Februar 2009 Permalink | antworten

        Sorry, aber dies ist eigentlich Spam, der Kommentar hat mit dem eigentlichen Artikel absolut nichts zu tun.

  • Black Angel um 09:20 am 7. October 2008 Permalink | antworten
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    Der Weg der Katze zum Haustier – Teil 1 

    Schon vor 60 bis 70 Millionen Jahren zogen erste, den Katzen ähnliche Tiere durch die Wälder. Die spätere Wildkatze der Gattung Felis gilt als der direkte Vorfahre der Hauskatze. Die Ähnlichkeit ist unbestreitbar. Wann die ersten Katzen zu Hauskatzen wurden ist bis heute ungeklärt.

    Fest steht, dass zwischen den ersten Nachweisen von Katzenhaltung und der echten Domestikation Jahrtausende liegen. Ein Grund dafür könnte die einzelgängerische und unabhängige Art der Katze sein. Katzen mögen kein Nomadenleben und wohnen gerne in einem sicheren, beständigen Zuhause. Deshalb geht man davon aus, dass die Katze sich erst dann mit dem Menschen anfreundete, als dieser anfing, sich einen festen Wohnsitz zu suchen.

    Die Kenntnisse über die Entwicklung von der Wildkatze zur Hauskatze sind sehr lückenhaft. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass nicht der Mensch die Katze zähmte, sondern die Katze sich dem Menschen aus freiem Willen anschloß. Der Mensch hat dabei nie ihre sozialen Kontakte kontrolliert, die Katze sich aber trotzdem beständig weiterentwickelt. Mit anderen Worten: die Katze hat sich selbst domestiziert!

    Vermutlich waren es die Ägypter, die vor mehr als 4800 Jahren der Katze zu ihrem festen Platz in der Gesellschaft verhalfen. Dabei war es wahrscheinlich die afrikanische Wildkatze Felis lybica, die sich dem Menschen annäherte. Viele Schädel, die auf altägyptischen Katzenfriedhöfen gefunden wurden, gleichen aber auch der Rohrkatze, Felis chaus. Es scheint, dass die alten Ägypter beide Arten gezähmt hatten. Sehr wahrscheinlich wurden zu dieser Zeit auch in anderen Teilen der Welt Versuche unternommen die Katze zu domestizieren.

    Aus alten Schriften kann man ersehen, dass die Katze in Indien schon seit mehr als 3000 Jahren bekannt ist. Auch in China tritt sie schon seit Beginn unserer Zeitrechnung auf. Das die Katze auch im Mittelmeerraum heimisch wurde ist wahrscheinlich den Phöniziern zu verdanken, die sie vermutlich als Schmuggelware aus Ägypten auf ihren Handelsschiffen mitbrachten.

    Thema morgen: Die Ägyptische Zivilisation und die Hauskatze

     
    • luoyang um 09:08 am 22. Januar 2011 Permalink | antworten

      Sonst liest man immer nur von Hunden endlich wurde hier auch mal über die Katzen berichtet und wie sie zum Menschen kamen. Ich finde es gut das sie auch heute noch ihren freien Willen haben

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